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Das Stop Haarausfall Protokoll Buch .pdf



Nome del file originale: Das Stop Haarausfall Protokoll Buch.pdf
Titolo: Das Stop Haarausfall Protokoll™ Buch PDF « √jetzt-Herunterladen ✔der Programm ✘Erfahrungsbericht ✘Bewertungen
Autore: Haarausfall Ratgeber

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Das Stop Haarausfall Protokoll Buch PDF

Haarausfall Ratgeber
Maßnahmen bei Haarverlust

Die folgenden Informationen dienen lediglich dem Zwecke der Aufklärung und
Bildung. Sie sind von keinem Facharzt verfasst worden. Der Inhalt versteht sich
nicht als Ersatz für eine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Holen Sie bei allen Fragen zum Thema „Haarverlust“ immer den Rat eines
Facharztes, Psychologen und anderen geschulten medizinischen Personals ein.
Hinsichtlich der Einnahme von Medikamenten, möchten wir Sie ausdrücklich
bitten, sich vorher bei Ihren Arzt oder Apotheker zu informieren.
Missachten Sie niemals professionellen ärztlichen Rat und verschieben Sie keinen
notwendigen Arztbesuch aufgrund von irgendetwas, das Sie gelesen haben.
Als Leserin und Leser diese eBooks möchten wir Sie ausdrücklich darauf
hinweisen, dass keine Erfolgsgarantien oder Ähnliches gewährleistet werden
kann. Auch kann keinerlei Verantwortung für jegliche Art von Folgen, die Ihnen
oder anderen Lesern im Zusammenhang mit dem Inhalt dieses Buches
entstehen, übernommen werden. Der Leser ist für die aus diesem Buch
resultierenden Ideen und Aktionen selbst verantwortlich.

2

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ................................................................................................................................ 4
Einfluss auf Berufswahl und Psyche? .................................................................................. 6
So ist unser Haar aufgebaut.................................................................................................. 8
Der Zyklus unserer Haare .................................................................................................... 9
Wie definiert man krankhaften Haarausfall? ..................................................................... 11
So stellt man Haarausfall medizinisch fest ........................................................................ 13
Phasen des Haarverlustes ................................................................................................... 15
Arten und Ursachen von Haarausfall ................................................................................. 17
Weitere Formen des Haarausfalls ...................................................................................... 24
Hilfen gegen Haarausfall.................................................................................................... 28
Ausgewogene Ernährung ................................................................................................... 29
Eisen, Zink, Kupfer, Biotin und Folsäure .......................................................................... 29
Kann Coffein den Haarausfall stoppen? ............................................................................ 32
Medikamente...................................................................................................................... 33
Letzter Ausweg Haartransplantation? ................................................................................ 38
Wie funktioniert Haarersatz? ............................................................................................. 43
Kann man Haare nachzüchten?.......................................................................................... 44
Weitere Chancen gegen Haarverlust .................................................................................. 45
Zehn wichtige Haarpflegetipps .......................................................................................... 48
Schlusswort ........................................................................................................................ 51

3

Vorwort
Rund

50

Prozent

aller

Männer

leiden

in

irgendeiner

Form

an

krankhaftem Haarausfall (Alopezie). Damit ist der Haarverlust für die
Herren der Schöpfung eines der häufigsten Gesundheitsprobleme
überhaupt. Haarausfall wirkt sich auf das Selbstbewusstsein aus, so die
Meinung von 76 Prozent der deutschen Männer. Er verursacht
Depressionen, meinen 21 Prozent europäischer Herren. Bei den
Deutschen glauben sogar mehr als doppelt so viel daran. 46 Prozent
sind der Ansicht, dass Haarausfall eine Flirtbremse sei, und 68 Prozent
werden durch den Haarausfall unsicher.
Bereits im Altertum stand volles Haar für Lebenskraft und Vitalität.
Haarausfall ist damit ein Problem, das so alt ist wie die Menschheit.
Schon bei den Ägyptern und auch bei den Römern wurden deshalb
Haarwuchsmittel angewandt.
Haarausfall als Krankheit hatte bereits Hippokrates (um 460 v. Chr.)
beschrieben, der als berühmtester Arzt des Altertums gilt. Den Eid des
Hippokrates schwört noch heute jeder angehende Arzt und verpflichtet
sich

damit

ausschließlich

dem

Wohlergehen

seiner

Patienten.

Hippokrates bezeichnete den Haarausfall als „Fuchskrankheit“, da dem
Fuchs nach den damaligen Beobachtungen das Fell fleckenförmig
ausfiel. So rieben sich die Menschen im Altertum Fette von Krokodilen,
Schlangen, Steinböcken und anderen Tieren auf ihre Glatzen, um das
Haarwachstum zu fördern. Über alle Jahrhunderte hinweg beschäftigten
sie sich mit Haaren und versuchten, den Haarausfall zu behandeln.
Verschiedenste Pflanzen und Samen wurden dabei angewandt.
Herrscher und Helden trugen stets fülliges, wallendes Haupthaar sowie
Götter in den Darstellungen ebenfalls, um Lebenskraft und Macht zu
4

demonstrieren. Sklaven und Gefangenen hingegen wurde der Kopf kahl
geschoren - ein Zeichen der Entehrung und Entwürdigung. Auch wurde
im

Altertum

Frauen,

die

abgeschnittenes

Haar

trugen,

keine

Zauberkraft zugesprochen. Sie galten daher als ungefährlich. Auch
während der Inquisition im Mittelalter schnitt man vermeintlichen
Hexen zuallererst die Haarpracht ab. Sie wurden überwiegend kahl
geschoren auf den Scheiterhaufen geführt.
Viele Bräuche stehen auch heute noch in Verbindung mit Haaren. So
glauben viele Inder, dass ein Verhüllen des Kopfes durch einen Turban
die vitale Kraft schützt.
Insbesondere dann, wenn der Haarverlust in jungen Jahren auftritt, ist
er für die meisten ein dickes Problem. Männer leiden darunter sehr und
machen dies oft mit sich selbst aus.
Das alles muss aber nicht sein. Denn gegen Haarausfall kann man
heutzutage vieles unternehmen. Aber die meisten finden sich damit
einfach ab.
Auch

in

unserer Kultur steht

volles Haar

für

Lebenskraft

und

Jugendlichkeit. Daher bietet die Möglichkeit, Haarausfall behandeln zu
können, vielen Menschen Hoffnung und Zuversicht.
Wie Männer (und auch Frauen) wieder glücklich werden können, zeigt
Ihnen dieses eBook auf. Sagen auch Sie dem Haarausfall endlich ade!

5

Einfluss auf Berufswahl und Psyche?
Dass ein frühzeitiger Haarverlust durchaus Einfluss auf die Psyche
haben kann, ist wissenschaftlich belegt. Viele junge Menschen leiden
stark darunter, wenn sich ihr bis dato fülliges Kopfhaar plötzlich
sichtbar lichtet. Beginnt der Haarausfall nämlich schon ab dem
zwanzigsten Lebensjahr, dann fühlen sich Betroffene nicht mehr so
sexy

und

anziehend

auf

das

weibliche

Geschlecht.

Sie

sehen

buchstäblich mit dem Haarverlust auch einen Attraktivitätsverlust. Mit
25 schon Glatze? Um Gottes willen! – So denken viele. Sie trauen sich
nicht mehr in Gesellschaft, sind verunsichert und tief betrübt über ihr
Aussehen. Drei Sichtweisen lassen sich dabei beobachten:
- Das Fremdbild: Wie wirke ich auf andere?

- Das

Selbstbild:

psychische

Probleme

und

daraus

resultierend

psychologische Konsequenzen

- Die sozialen Konsequenzen, beispielsweise in Partnerschaft und
Beruf.
Es gibt so genannte „hair-language-Studien“, in denen Probanden
Eigenschaften von Personen mit vollem Haar oder unter Haarausfall in
den unterschiedlichsten Verlaufsformen bewerten mussten, und zwar
nach folgendem Katalog:
- Optimismus, Jugendlichkeit und Flexibilität
- Lebenszufriedenheit, soziale Aufgeschlossenheit, Spontanität und
Durchsetzungsvermögen
6

- Gesundheitsbewusstsein, Sportlichkeit und Intelligenz
- eingeschätztes Selbstwertgefühl und physische Attraktivität
- Leistungsmotivation und berufliche Orientierung
- Ordnungswille
- Modebewusstsein und soziale Attraktivität
Danach werden Männer mit wenigen und keinen Haaren beispielsweise
als älter und intelligenter, aber eben auch als weniger dominant,
weniger maskulin und weniger dynamisch eingeschätzt als solche mit
vollem Haar.
Die Betroffenen selbst empfinden in ihrer Eigenwahrnehmung einen
Verlust an

Selbstwertgefühl

bei

Haarausfall,

ziehen

sich

in

die

Introversion zurück (introvertierte Charaktere beobachten in sozialen
Gruppen eher, als dass sie selbst handeln. Typische Eigenschaften sind
hier still, sorgfältig, scheu, reflektierend und zurückgezogen). Sie
verfallen auch eher in eine Depression oder in den Neurotizismus:
Gespannt, ängstlich, empfindlich, launisch, nervös, furchtsam und
reizbar. So sind Menschen mit einem hohen Neurotizismuswert
- emotional labil,
- neigen zu Nervosität, die sich sogar in nervösen Störungen wie
Neurosen manifestieren kann,
- klagen oft über körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen,
Schwindelanfälle oder Magenschmerzen,
- klagen oft über Ängste und Ärger,
- reagieren schnell auf Stress; Stressreaktionen klingen langsamer ab,
7

- fühlen sich schnell unsicher und verlegen und

- neigen situationsbedingt schneller zu Traurigkeit.
Gleichzeitig befallen Menschen mit Haarausfall auch Gefühle der
Unattraktivität in ihrem Selbstbildnis. Auswirkungen hat diese negative
Selbsteinschätzung auf die Partnerwahl, die berufliche Entwicklung und
im sozialen Umfeld.
Den erstaunlichen Einfluss von Haarausfall auf Personalentscheidungen
beweist eine EMNID-Studie. Das Meinungsforschungs-Institut hatte
festgestellt, dass Bewerber mit vollem Haar auf ihrem Foto in der
Bewerbungsmappe

deutlich

häufiger

zum

Vorstellungsgespräch

eingeladen werden als solche mit schütterem Haar auf dem Foto – bei
sonst gleichen Voraussetzungen!

So ist unser Haar aufgebaut
Was wir so einfach auf unserer Kopfhaut sehen, ist ein Wunderwerk der
Natur: Im Durchmesser 0,1 Millimeter stark, wächst es 0,3 Millimeter
pro Tag und einen Zentimeter im Monat. Unsere Haardichte beträgt
rund

200

Haarfollikel

(Wurzeln)

pro

Quadratzentimeter.

Die

Lebensdauer jedes einzelnen Haars beträgt zwischen zwei und fünf
Jahren. Ein einzelnes Haar kann bis zu 100 Gramm tragen.
Was wir als Haar sehen, ist nur ein Teil der gesamten Haaranlage. Die
Haarwurzel (Follikel) geht tief in die Haut hinein.
Das Haarorgan besteht aus der Haarwurzel und dem Haarfollikel. Im
unteren Bereich unserer Lederhaut sitzt die Haarpapille. Sie bildet
insgesamt das Haar und ist sozusagen das Samenkorn oder das
Fundament des Haares. Der Haarschafft bildet sich dadurch, dass sich
keratinreiche Hornzellen im Follikel nach oben zur Hautoberfläche
8

schieben. Der Haarbalg, oder das Haarfollikel, ist eine längliche
Einstülpung in der Oberhaut. In ihr verläuft der Haarschafft, und in den
Follikel mündet die Talgdrüse.
Rund hunderttausend Haarfollikel haben Menschen mit schwarzem oder
braunem Haar auf ihrem Kopf; Blonde haben mehr – etwa 150.000,
Rothaarige etwas weniger - etwa 75.000. Der Farbstoff Melanin ist für
die Haarfarbe verantwortlich, und dieser bildet sich in den Zellen der
Haarzwiebel (Melanozyten) und gibt ihn an die Haarwurzeln weiter. Die
unterschiedlichen Haarfarben werden vererbt. Sie entstehen durch die
Verteilung, Menge und Art des Melanins, die bei jedem Menschen
verschieden ist. Und warum ergrauen oft unsere Haare im Alter – und
auch schon früher? Die Produktion von Melanin lässt im Alter nach.
Dadurch gelangt weniger zum Färben der Haare an die Haarwurzeln.

Der Zyklus unserer Haare
Von unseren rund 100.000 bis 150.000 Haaren auf dem Kopf fallen
täglich zwischen 40 und 100 aus. Das ist normal, weil es dem
natürlichen Wachstumszyklus unserer Haare entspricht. Erst wenn
mehr als 100 Haare täglich ausfallen und ein erheblicher Unterschied
zwischen

nachwachsenden

und

endgültig

abgestoßenen

Haaren

besteht, sprechen wir von einem krankhaften Haarverlust (Alopezie),
dem schnell Einhalt geboten werden muss, bevor es zu spät ist. Denn
zu spät ist es dann, wenn die „geputzte Platte“ einmal da ist. Dauerhaft
weg ist weg, ein für alle mal.
Während sich ganz normaler Haarausfall wieder ergänzt, bleibt erblich
bedingter für immer ein Verlust. Da wächst nichts mehr nach.
Den Haarwuchs kann man sich in etwa wie eine Rasenfläche vorstellen.
Wir schneiden den Rasen, und er wächst wieder nach. An manchen
Stellen verdorrt er, und auch dort wächst er wieder nach, wenn die
9

Stellen befeuchtet werden. Wenn ich aber eine Rasenfläche an
bestimmten Stellen dauernd beanspruche, etwa im Torraum eines
Fußballplatzes, wächst nichts mehr nach. Ich muss solche Stellen mit
Fertigrasen oder neuem Rasensamen ausbessern und ihm die Chance
zum kräftigen Anwuchs geben.
In der Regel handelt es sich um einen erblich bedingten Haarausfall,
der mit Geheimratsecken beginnt und oft mit einer Glatze endet. Schon
bereits ab dem 16. Lebensjahr kann der Haarausfall bei stark
veranlagten Männern beginnen. Zwischen dem 30. und 40 Lebensjahr
verlieren die meisten Männer ihre Haare.
Jedes Kopfhaar wächst monatlich um etwa einen Zentimeter nach, und
es lebt im Schnitt etwa sechs Jahre lang. Grundsätzlich kommt
Haarausfall bei beiden Geschlechtern vor, allerdings sind die Männer
davon weitaus häufiger betroffen. Bei der Mehrheit der Männer beginnt
der Haarausfall zwischen 30 und 50 Jahren, jedoch wird bei manchen
das Haar schon zwischen 20 und 25 Jahren lichter. Oft vollzieht sich
der Verlauf des Haarausfalls nach einem bestimmten Muster. Bei den
meisten beginnt es mit den so genannten Geheimratsecken und
schreitet dann zu einer Haarlichtung im Bereich des oberen Hinterkopfs
fort. Schließlich führt das Zusammenlaufen der Stirn- und HinterkopfLichtung zur Glatze. Lediglich ein seitlicher oder hinterer Haarkranz
bleibt bestehen.
Wie Wissenschaftler herausfanden, ist eine frühe Glatzenbildung ein
über die Mutter vererbter Gendefekt. Demnach erbt ein Mann die
Glatze nicht vom Vater, sondern vom Großvater mütterlicherseits. Doch
warum sind eigentlich Männer häufiger von Haarausfall betroffen als
Frauen? Gründe dafür gibt es viele. Jedoch hängt eine Alopezie
maßgeblich von dem Alter, den männlichen Sexualhormonen und der
individuellen Veranlagung ab. So sind bei einigen Männern die
10

Haarfollikel auf die DHT-Anreicherung (Dihydrotesteron) besonders
empfindlich. Auch reagieren die Herren der Schöpfung auf Stress häufig
mit

muskulärer

Anspannung

im

Schädelbereich,

weshalb

der

Haarausfall besonders deutlich und heftig in Erscheinung tritt (Frauen
verfügen dagegen über ein anders Stressmanagement).
Deshalb leiden besonders Männer mit zunehmendem Alter unter
Haarausfall. Die Ursachen dafür sind breit gefächert. Oft steht der
Haarverlust

mit

dem

männlichen

Sexualhormon

Testosteron

in

Zusammenhang. Aber auch rein emotionale Gründe, Infektionen und
auch eine falsche Ernährung können eine Rolle spielen. Den normalen
Alterungsprozess kann man zwar durch eine gesunde, vitaminreiche
Ernährung

und

mit

viel

Bewegung

verlangsamen,

aber

die

grundsätzliche Veränderung im Körper eines älter werdenden Menschen
kann man (noch) nicht aufhalten. Das Gen, das den Alterungsprozess
in uns steuert, haben Wissenschaftler noch nicht entschlüsselt. Man
muss leider auch zur Kenntnis nehmen, dass bestimmte körperliche
Veränderungen im Laufe der Zeit hormonell und genetisch bedingt
sind. Dazu gehört leider auch besonders der Haarausfall. Man kann den
Prozess nur verlangsamen.

Wie definiert man krankhaften Haarausfall?
Ein krankhafter Haarausfall ist so definiert: Über mehrere Wochen
müssen

täglich

mehr

als

achtzig

bis

hundert

Haare

ausfallen.

Spätestens dann sollte man etwas unternehmen, weil diese Haare nicht
mehr nachwachsen.
Bei Haarausfall gibt es zwei Formen:

11

- Alopezie

ist

die

rein

sichtbare

Lichtung

der

Kopfhaare,

angefangen mit Geheimratsecken bis hin zu kreisrunden Stellen
und

gar

zur

Haarausfalls

Glatzenbildung.

ist

meist

erblich

Diese

Form

bedingt



des

krankhaften

erstaunlicherweise

übertragen von der Mutter beziehungsweise genauer: durch
Erbfaktoren des Vaters der Mutter weitergeleitet.

- Effluvium ist ein über der Norm liegender Haarausfall. Meist ist
es ein zeitlich auftretendes Problem, das wieder vergeht – oft im
Zusammenhang mit einer vorübergehenden Erkrankung. Aber
Effluvium kann auch zur Alopezie führen.
Wie grenzt man nun beide Formen voneinander ab?
Durchschnittlich fallen dem Menschen achtzig bis einhundert Haare
täglich

aus.

Das

ist

normal

und

entspricht

dem

gewöhnlichen

Haarzyklus, in dem alle sechs Jahre sich unsere Haare erneuern – aber
nicht auf einem Schlag, sondern eben in Zyklen. Die führen dazu, dass
täglich Haare an den einen Stellen ausfallen und sich auch wieder neue
an anderen Stellen bilden. Normal ist es aber nur so lange, wie sich der
Haarausfall gleichmäßig über die Kopfhaut verteilt und nicht an einer
Stelle konzentriert. Sobald wir einen kreisrunden Haarausfall (Alopecia
Areata)

oder

nur

auf

dem

Oberkopf

(androgenetischer,

erblich

bedingter Haarausfall) feststellen, dann ist das bedrohlich. Hier sollte
sofort etwas unternommen werden, um das Resthaar zu schützen und
den Haarausfall zu stoppen, eventuell sogar neues Haarwachstum zu
stimulieren. Deshalb müssen Männer ab einem gewissen Alter ihren
Haarverlust schon genau beobachten. Denn die Übergänge vom
normalen, die Haarpracht nicht mindernden, hin zum stark krankhaften
Verlust sind fließend. Männer sollten deshalb eine gewisse Sensibilität
12

für das Erkennen von Haarverlust entwickeln, wie leicht die Haare
ausfallen und an welchen Stellen.
Einmal krankhaft ausgefallenes Haar ist für immer verloren. Deshalb
sollten

die

noch

Medikamenten

und

verbliebenen

Haare

durch

Nahrungsergänzungsmitteln



Einnahme

von

natürlich

ohne

Nebenwirkungen – versucht werden zu erhalten. Es gibt inzwischen gut
wirksame chemische Mittel und auch einige rein natürliche Präparate
ohne Nebenwirkungen (dazu später mehr). Gesunde Ernährung und ein
schonender Umgang mit dem Haar sollten dann selbstverständlich sein.

So stellt man Haarausfall medizinisch fest
Die

drei

häufigsten

Methoden,

um

krankhaften

Haarausfall

festzustellen, sind:

- Kopfhautbiopsie: Dabei entnimmt man ein winziges Teilchen
der Kopfhaut und untersucht es im Labor genau.

- Das Trichogramm: Dabei untersucht man mikroskopisch die
Wurzeln

ausgezupfter

Haare.

Vor

allem

ermöglicht

dieses

Verfahren Aussagen darüber, wie weit der Haarverlust schon
fortgeschritten ist. Das Trichogramm sagt etwas aus über den
Zyklus,

nämlich

das

Verhältnis

der

wachsenden

Haare

(Anagenhaare), den Haaren in der Ruhephase (Telogenhaare)
und den Haaren in der Übergangsphase (Katagenhaare). Man
benötigt dafür bis zu zehn Haare. Der Arzt legt dazu zwei
Epilationsstellen auf dem Kopf fest, meist am Vorder- und
13

Hinterkopf

möglichst

Wachstumsphasen

in

der

erkennt

Nähe

man

von

an

Haarausfall-Stellen.

Form

und

Farbe

der

ausgezupften Haarwurzel

- Der Trichoscan: Dies ist eine Modifikation des Trichogramms.
Er

stellt

die

Haardichte

sowie

das

Verhältnis

zwischen

wachsenden und nicht wachsenden Haaren durch Fotografie fest.
So werden Daten über die Haardichte und die Aktivität der
Haarfollikel erworben. Die fotografische Methode wird direkt am
Patienten

vorgenommen

und

liefert

im

Gegensatz

zum

Trichogramm gleich alle wesentlichen Informationen in einem
Schritt. Technisch läuft das Verfahren so ab: Man rasiert eine
kleine Stelle auf der Kopfhaut und wartet danach drei Tage. Dann
färbt

man

die

nachgewachsenen

rasierte
wie

Stelle

auch

die

ein.
nicht

So

kann

man

gewachsenen

die

Haare

verdeutlichen. Ein um das etwa zwanzigfach vergrößerte Bild wird
dann aufgenommen. Anagenhaare wachsen etwa 0,3 Millimeter
pro Tag, Telogenhaare überhaupt nicht mehr. So kann man die
Haaranzahl

pro

Quadratzentimeter

bestimmen

sowie

das

Verhältnis der Anagen- zu den Telogenhaaren berechnen.

Es gibt auch inzwischen Anbieter von Mittel gegen Haarausfall, die
einen kostenlosen Haarwaschtest zur Feststellung welcher Form von
Haarausfall auch immer anbieten. Das funktioniert so:
Sie waschen Ihre Haare ganz normal, bevor Sie den Test machen
wollen. Nach 24 Stunden können Sie den Test dann starten. Die Firma
liefert Ihnen dazu ein Abflusssieb, das sie als Abflussverschluss ins
Waschbecken anbringen. Nun waschen Sie Ihre Haare ganz normal wie
14

immer über dem Waschbecken. Die Firma hat Ihnen eine Tüte
mitgeliefert, in die sie nun die im Sieb aufgefangenen Haare geben. Die
Firma zählt die verlorenen Haare und teilt das Ergebnis mit, wie viele
Haare Ihnen täglich ausfallen. Sie sollten das mehrfach im Jahr
wiederholen. Nur so erkennen Sie, ob Ihr Haarverlust zunimmt oder
stagniert. Bei mehr als 50 verlorenen Haaren kann schon ein
verstärkter Verlust vorliegen. Das sollten Sie dann mit Ihrem Hautarzt
besprechen.

Phasen des Haarverlustes
Eine grobe Betrachtung der Kopfhaut reicht meist schon aus, um zu
beurteilen, wie weit der Haarausfall bereits fortgeschritten ist –
unabhängig von einer genaueren Diagnose. Für ein objektives Maß,
nimmt man beim Mann einige Einteilungen nach der so genannten
Hamilton-Norwood-Skala vor (bei Frauen ist es das Ludwig-Schema).
Hamilton entwickelte 1951 ein Schema, das von Norwood 1975
modifiziert wurde – für die verschiedenen Stufen des erblich bedingten
Haarausfalls, mit denen sie 80 Prozent erfassen konnten. Sie schufen
somit eine standardisierte Dokumentation des Haarausfalls. Insgesamt
kamen sie dabei auf genau sieben Stufen der Glatzenbildung beim
Mann:
1. Noch kein oder aber ein nur sehr geringes Rückweichen des
Haaransatzes.

2. Der Haarausfall beginnt frontal und setzt sich schon in Richtung
Hinterkopf fort. Geheimratsecken bilden sich nicht über eine zwei
Zentimeter

vor

den

äußeren

Gehörgängen

gedachten

Verbindungslinie hinaus.
15

3. Die Geheimratsecken reichen schon in Richtung Hinterkopf über
die vor den Gehörgängen gedachte Verbindungslinie hinaus.
Mindestniveau für Kahlheit.

4. Stirn- und Scheitelregionen sind ineinander übergegangen. Die
haarlosen Gebiete breiten sich zu den Seiten aus.

5. Die Zonen des ausgeprägten Haarausfalls frontal und auf dem
Scheitel

werden

nur

noch

durch

eine

schmale

Zone

der

Behaarung voneinander getrennt. Das Haar an Schläfe und
Hinterkopf nimmt Hufeisenform an (auch bei Typ 6 und Typ 7).

6. Die Gebiete des Haarausfalls in Stirn- und Scheitelregion sind
ineinander übergegangen. Die haarlosen Areale breiten sich zu
den Seiten hin aus.

7. Von dem ursprünglichen Haarwuchs bleibt nur ein ganz schmales
Band, das sich von Ohren um den Hinterkopf herum zieht.
Ludwig entwickelte 1977 ein alternatives Bestimmungssystem, welches
eher einen diffusen Haarausfall beschreibt. Dieser breitet sich vom
Scheitel

her

über

den

Kopf

aus.

Überwiegend

ist

diese

Betrachtungsweise für den Haarausfall bei der Frau geeignet. Aber

16

immerhin noch ein Fünftel der Männer zeigen auch diese Art des
Haarausfalls. Für sie mag diese Methode ebenso anwendbar sein.

Arten und Ursachen von Haarausfall
Die häufigsten Arten des Haarausfalls sind diese drei Varianten:
1. Hormonell-erblicher Haarausfall: androgenetische Alopezie

2. Der kreisrunde Haarausfall: Alopezia areata

3. Diffuser Haarausfall: diffuse Alopezie

I. Androgenetischer Haarausfall

Er wird häufig als erblich bedingter Haarausfall bezeichnet.
Dabei ist die Ursache das Hormon Dihydrotestosteron (DHT).
Nach vorherrschender Meinung ist der so hervorgerufene
Haarausfall genetisch bedingt. Man hat das so festgestellt
beziehungsweise definiert: Wenn in der Kopfhaut viel DHT
vorhanden

ist

sowie

eine

vererbte

Überempfindlichkeit

dagegen besteht, verkürzt das die Wachstumsphase des
Haares. Ein Glatzkopf hat demnach nicht weniger Haarfollikel
als

einer

mit

voller

Haarpracht.

Aber

bei

ihm

ist

die

Wachstumsphase so weit verkürzt, dass Haarwachstum nach
17

außen hin kaum noch sichtbar ist. Die Folge davon ist, dass die
Haarfollikel nach und nach verkümmern. Dies ist auf die
Überempfindlichkeit

auf

das

DHT

zurückzuführen.

Die

Wachstumsphase (Anagenphase) hält normalerweise zwei bis
fünf Jahre an. Liegt nun erblich bedingter Haarausfall vor,
dann können sich die Haare nicht mehr voll entwickeln. Sie
fallen dann schon als kaum sichtbarer Pflaum gleich wieder
aus. Wir beobachten häufig bei glatzköpfigen Menschen sehr
wohl

ein

üppiges

Nackenhaar.

Das

ist

nämlich

interessanterweise unempfindlich gegen DHT, weshalb man es
gern auf die Kopfhaut transplantiert, weil es auf dem Oberkopf
auch nicht ausfällt. Ein erblich bedingter Haarausfall beginnt
meistens mit tiefen Geheimratsecken oder der Bildung einer so
genannten Tonsur. Eine Tonsur bekamen Mönche früher beim
Eintritt ins Kloster als kreisrunde Stelle mitten auf ihrem Kopf
geschnitten. Im fortgeschrittenen Stadium bildet sich aus der
Tonsur eine Glatze. Erstaunlicherweise hat aber ein Mensch
mit Glatze genauso viele Haarwurzel wie derjenige mit voller
Haarpracht. Man erkennt die Haare jedoch nicht mehr, weil sie
verkümmert sind.

Daraus ergibt sich

der hoffnungsvolle

Ansatz, dass man diese Haarwurzeln wieder reaktivieren kann.
Es handelt sich aber, wenn überhaupt, um einen langwierigen
Vorgang, der viel Geduld erfordert. Das ist nicht ein Prozess
von vier Wochen, wenn man bedenkt, dass alleine die
Ruhephase (Telogenphase) der Haare bis zu vier Monate in
Anspruch nimmt. Insofern kann man den Erfolg von Mitteln
gegen den Haarausfall beziehungsweise für den Haarwuchs
frühestens nach vier bis sechs Monaten beurteilen. Interessant
ist hier noch die Frage, wie überhaupt DHT entsteht? –
Nämlich aus der Umwandlung des männlichen Sexualhormons
Testosteron.

DHT

hat

eine

große

Bedeutung

für

die
18

Entwicklung des männlichen Embryos und in der Pubertät für
die Entwicklung vom Jungen zum Mann. Exakte Funktionen
und welche Bedeutung DHT nach der Pubertät hat, kennt man
noch nicht genau. Man weiß nur, dass DHT die Haarfollikel auf
dem Oberkopf angreift, und dies führt zum Ausfall der Haare.
Allerdings ist die Forschung dem Phänomen erblich bedingter
Haarausfall dicht auf der Spur und dabei, die Ursachen zu
entschlüsseln. Wissenschaftler stehen kurz vor der Entdeckung
des Glatzen-Gens. Studien an den Universitäten Bonn und
Düsseldorf haben 34 verdächtige Gene auf das Chromosom 3
geprüft und nur zwei Gene herausgefunden, die unter Verdacht
stehen, den Haarausfall zu fördern. Ein Gen davon wird mit
dem Alterungsprozess in Verbindung gebracht, und das andere
Gen gilt als Risikofaktor für Übergewicht. Und eben darunter
leiden

Männer

mit

Haarausfall

überdurchschnittlich

oft.

Grundlage der Studie war, dass man die Erbgutanlagen von 95
Familien, bei denen mindestens zwei Söhne vor ihrem 40.
Lebensjahr eine Glatze bekommen haben, gescannt hat. Die
Forscher konnten schließlich 14 Erbgutregionen einkreisen, in
denen

sich

mit

hoher

Wahrscheinlichkeit

Anlagen

für

Haarverlust und Haarwachstum befinden sollen. Ferner gelang
es ihnen, eine Verbindung zwischen Haarverlust und Diabetes,
Übergewicht, Bluthochdruck, koronaren Herzerkrankungen und
Prostata-Problemen festzustellen. Insofern versprechen diese
Ergebnisse gute Ansätze, dem erblich bedingten Haarausfall
auf die Spur zu kommen und dagegen wirksame Mittel zu
finden.

II. Kreisrunder Haarausfall
19

Unter dem Fachbegriff Alopecia areata ist ein kreisrunder
Haarausfall

beschrieben,

der

einen

lokal

begrenzten

krankhaften Haarausfall darstellt. Es ist im Übrigen die
häufigste Haarausfallerkrankung. Rund anderthalb Millionen überwiegend Männer - in Deutschland leiden darunter. Dieser
Haarverlust kann in jedem Alter auftreten, macht sich aber vor
allem zwischen dem dreißigsten und vierzigsten Lebensjahr
breit. Es ist für diese Form typisch, dass am behaarten Kopf
eine oder mehrere kreisrunde kahle Stellen vorkommen. Daher
rührt auch der Name her. Im Randbereich dieser Erkrankung
findet man häufig kurze abgebrochene Haare. Sie laufen an
ihren Enden dünn zu. Die kreisrunden kahlen Stellen sind glatt.
Jedoch bleiben die Haarfollikel erhalten. Als zusätzliches
Merkmal

dieser

ungewöhnlichen

Erkrankung

kann

man

gleichzeitig Veränderungen an den Fingernägeln feststellen:
Sie

bilden

Rillen

und Grübchen.

Die

Ursachen

für den

kreisrunden Haarausfall hat man immer noch nicht genau
entschlüsseln

können.

Die

Vermutung

liegt

nahe,

Immunzellen, welche sich eigentlich um die Abwehr von Viren
und Bakterien kümmern sollen, gehen gegen die Zellen in den
Haarwurzeln des eigenen Körpers vor. Man spricht deshalb
beim krankhaften kreisrunden Haarausfall von einer Störung
im Abwehrsystem unseres Körpers. Das Immunsystem erkennt
Haare als fremd an und stößt sie folglich ab. Es entsteht
deshalb zunächst eine Entzündungsreaktion. Sie stört das
Haarwachstum und führt schließlich zum Ausfallen der Haare.
Es gibt einige Menschen, bei denen diese kahlen Stellen wieder
nachwachsen – auch ohne Behandlung. Bei ihnen war der
Haarausfall nur zeitlich begrenzt. Aber es besteht auch die
20

Möglichkeit, dass der Haarverlust weiter gehen kann. Und es
kann sogar zum Verlust aller Kopfhaare führen, zur Alopecia
totalis.
Spekuliert wird über eine psychische Ursache, die sich aber
bisher nicht nachweisen lässt. Kreisrunder Haarausfall durch
Stress? – Eher spekulativ! Man vermutet jedoch auch hier eine
gewisse Vererbbarkeit, denn eine familiäre Häufung in zehn bis
fünfundzwanzig

Prozent

der

Fälle

konnte

nachgewiesen

werden. Weil der kreisrunde Haarausfall eine so genannte
Autoimmunerkrankung ist – die körpereigene Abwehr ist
aus dem Ruder und wendet sich gegen die eigenen Haare –
behandelt

man

sie

mit

einer

so

genannten

topischen

Immuntherapie.
Das läuft so: Mit der Chemikalie Diphenylcyclopropenon (DCP)
versucht man im Körper eine allergische Reaktion auszulösen.
Man lenkt damit das Immunsystem ab und stoppt so den
Haarausfall. Jeder Mensch reagiert auf DCP allergisch. DCP ist
aber nicht als Medikament zugelassen. So kann man es nur in
Kliniken erhalten. Man muss wissen, dass es zu verschiedenen
Reaktionen kommen kann: Anschwellen der Lymphknoten,
Pigmentveränderungen zum Beispiel. Die Behandlung ist zwar
nicht riskant, sie kostet jedoch viel Zeit und Geduld. Man muss
die Therapie wöchentlich wiederholen, und man muss wissen:
Die Kopfhaut juckt und rötet sich, und ein Erfolg ist nicht
garantiert. Alternativ kann man die so genannte PUVATherapie wählen: Ultraviolette Strahlen zusammen mit einem
Medikament, das die Haut lichtempfindlicher macht. Vorsicht:
Vermutlich führt einen längere Anwendung zu einem erhöhten

21

Hautkrebsrisiko. Man wendet deshalb diese Methode nur noch
selten an.

III.

Diffuser Haarausfall

Von der diffusen Alopezie spricht man, wenn die Haardichte
über den gesamten Kopf ausgedehnt abnimmt. Man kann das
einfach dadurch prüfen, dass beim Durchstreichen mit der
Hand viele Haare zwischen den Fingern hängen bleiben.
Krankhaft ist es dann, wenn über mehrere Wochen täglich
über hundert Haare hängen bleiben. Dies ist ein häufig
festgestelltes Phänomen, dass man mehr bei Frauen als bei
Männern findet. Diffuser Haarausfall kann bei akuten Infekten
und Stress auftreten. Man weiß auch, dass einige Medikamente
ebenfalls

zu

diffusem

Haarausfall

führen

können

(Chemotherapie bei Krebs zum Beispiel kann auch zum
kompletten Haarausfall führen, welcher aber auch wieder
nachwachsen kann). Ferner kann ein solcher krankhafter
Haarausfall

auch

durch

verursacht

werden:

eine

Störung

Eiweißmangel

im

oder

Stoffwechsel
Mangel

an

Aminosäuren, Vitaminmangel, Über- und Unterfunktion der
Schilddrüse, Blutzuckerkrankheit und andere. Viele Faktoren
sind für diffusen Haarausfall verantwortlich, weshalb es keine
einheitliche Diagnosemethoden gibt. Eine effektive Behandlung
des kreisrunden Haarausfalls besteht darin, die Störung zu
finden, die ihn verursacht, und sie nachhaltig zu beheben,
etwa

mit

einer

entsprechenden

Ernährungsumstellung,
22

Vitaminzufuhr und so weiter. So kann es in wenigen Monaten
zum Stoppen des Haarausfalls kommen.

Ein Haarausfall im Alter hängt mit der nachlassenden
Produktion

von

Produktion

von

Sexualhormonen

sowie

Wachstumshormonen

in

der

geringeren

unserem

Körper

zusammen. Schon nach dem zwanzigsten Lebensjahr sinkt das
Wachstumshormon Somatotropin. Danach reduziert sich in
Abständen

von

zehn

Jahren

die

Produktion

von

Wachstumshormonen um weitere vierzehn Prozent. Im Alter
stellt man das daran fest, dass der Bart plötzlich nicht mehr so
stark nachwächst oder man seltener zum Friseur gehen muss.
Jede Körperzelle erneuert sich in etwa alle sieben Jahre. Das
kann zu drastischen körperlichen Veränderungen führen und
sogar im Laufe der Zeit die Physiognomie eines Menschen
verändern. Man misst schon mit 60 Jahren einen Verlust von
rund

75

Prozent

der

ursprünglichen

Menge

an

Wachstumshormonen. Dagegen kann man etwas tun: Viele
Betroffene nehmen oral Aminosäuren ein, etwa Arginin oder
Ornithin. So kann in geeigneter Kombination die Ausschüttung
von

Wachstumshormonen

wieder

gesteigert

werden.

So

verbessert man nicht nur den Haarwuchs und die Haarqualität
deutlich, sondern auch die Hautstruktur.

Die Gründe für Haarausfall sind so vielfältig: Innere
Organe können erkrankt sein, bestimmte Medikamente, die
23

man einnimmt, reagieren schädlich auf den Haarwuchs, eine
schlechte Ernährung, schädigende Haarpflege, Stress und
Ängste.

Weitere Formen des Haarausfalls
Der Vollständigkeit halber seien hier noch weitere Formen – neben den
am häufigsten vorkommenden – erwähnt:
1. Alopecia actinica: strahlenbedingter Haarausfall

2. Alopecia mechanis (Alopecia traumatica): Haarausfall durch
Druck, Zug oder Reibung, Beispiel: Haarausreißen, Tragen
von schweren Lasten auf dem Kopf oder langes Liegen des
Kopfes etwa bei Bettlägerigen oder Älteren, aber auch bei
Säuglingen – Säuglingsglatze = Alopecia neonatorum

3. Alopecia seborrhoica: Haarausfall mit Überproduktion von
Talg (siehe auch Seborrhö)

4. Alopecia muciosa: Haarausfall durch Muzinose (vermutlich
genetisch bedingte Hauterkrankung)

5. Alopecia parvimaculata: Haarausfall durch Infektion

24

6. Alopecia senilis: Normaler Haarausfall im Alter infolge von
nachlassender Hormonproduktion – auch des Wachstums

7. Alopecia specifica (syphiliticia): Haarausfall im zweiten
Syphilis-Stadium

8. Alopecia triangularis congenitalis Sabouraud: angeborene
Haarlosigkeit an den Schläfen: Ursache ist ein Mangel an
Haarfollikeln in diesem Bereich

9. Alopecia congenita: Angeborene Haarlosigkeit am ganzen
Körper.

Radio- und Chemo-/Zytostatiktherapien
Wie wir bereits erfahren haben, ist häufig eine Chemotherapie bei
Krebserkrankungen

Anlass

eines

fast

kompletten

Haarausfalls.

Bestimmte Chemotherapeutika stören dabei die Produktion eines
Haares in den Haarwurzeln. Das Haar wächst zwar normal weiter aus
der Kopfhaut heraus. Sobald aber die fehlerhafte Stelle nach etwa zwei
bis drei Wochen an die Hautoberfläche kommt, bricht das Haar ab.
Ganze Büschel von Haaren fallen aus (oder besser gesagt: brechen
ab). Es kommt aber nie zu einer Schädigung gleichzeitig aller
Haarwurzeln, so dass die Haare fast immer wieder nachwachsen.
25

Man kann dem mit einer gezielten Kältebehandlung (Hypothermie)
entgegen

wirken.

Sie

unterbindet

die

Durchblutung

im

Haarwurzelbereich. Das Chemotherapeutikum richtet dann keinen
Schaden

mehr

Chemotherapie

an.

Man

versucht

entgegen

zu

so,

wirken.

dem

Haarausfall

Allerdings

ist

bei
diese

Vorsorgemaßnahme nur bei bestimmten Zytostatika wirksam, und sie
hängt auch von der Intensität und der Dauer der Chemo ab.
Bei

einer

anderen

Form

der

Krebsbehandlung,

der

Bestrahlung

(Radiotherapie), kann es ebenfalls zu einem lokalen Haarverlust
kommen – aber nur im bestrahlten Bereich. Intensive Bestrahlung
zerstört sogar die Haarwurzel, und dann ist der Haarausfall nicht mehr
zu reparieren (wie beim erblich bedingten Haarverlust).
Weitere andere Ursachen sind: Hungerkuren, Störungen des
Stoffwechsels

wie

Diabetes

mellitus

(Zucker),

Morbus

Crohn

(Entzündung der Darmwand), Bulimie (Ess-/Brechsucht unter
Umständen

in

Verbindung

(Magersucht),

mit

Abführmittelmissbrauch),

Hypothyreose

Anorexie

(Schilddrüsen-Unterfunktion),

Anämie (Verminderung/Missbildung roter Blutkörperchen verbunden
mit

niedrigem

Hämoglobinwert),

Grippe,

Erysipel

(Wundrose),

Infektionskrankheiten wie Typhus oder Scharlach, Depressionen,
Syphilis

im

Allergien,

zweiten

oder

Unterfunktion

Fehlfunktion des

dritten
der

Stadium,

Pilzerkrankungen,

Hirnhangdrüse

Sympathikus-Nervs,

(Hypophyse),

psychische Traumata,

Thallium (giftiges Metall, sorgt schon unter einem Gramm für
Haarausfall).
Schließlich können auch Nieren- und Leberfunktionsstörungen zu
Haarausfall führen, wenn haartoxische Substanzen nicht rechtzeitig aus
dem Verkehr gezogen und abgebaut werden. Auch können bestimmte
Medikamente

wie

Beta-Blocker

gegen

Bluthochdruck,

Statine
26

(Cholesterinsenker) oder blutgerinnungshemmende Mittel hoch dosiert
oder

Retinoide

gegen

Hautkrankheiten

zum

Haarverlust

führen.

Deshalb sollte man auch immer einen Blick in den Beipackzettel der
einzunehmenden Medikamente werfen.
Pestizide

(Pflanzenschutzmittel)

und

auch

eine

ionisierende

Strahlung sind weitere Gründe für vorzeitigen Haarverlust. Es gibt
zudem Hinweise darauf, dass es einen Zusammenhang zwischen
Zigarettenkonsum und Haarausfall beim Mann gibt.
Einen Unterschied zum erblich bedingten Haarverlust gibt es jedoch:
Die Haare fallen diffus ganzkörperlich aus und nicht wie im typischen
männlichen Haarverlust mit tiefen Geheimratsecken, Glatze oder
Haarkranz.
Auch Stress kann Grund für Haarverlust sein. Deshalb sollten Sie auch
in hektischen Situationen immer einen kühlen Kopf bewahren. Bei
Menschen mit zu viel Stress und Belastung im Beruf zum Beispiel wird
die Haarwurzel nicht mehr genügend mit Nährstoffen versorgt. Im
Gegenteil: Stress setzt sogar Botenstoffe wie Cortisol frei, und das
bremst den Haarwuchs aus. Schließlich führt das zu Haarausfall. Lassen
Sie es deshalb nicht erst dazu kommen: „Stay cool“ heißt hier die
Devise für Haarausfall ade.

27

Hilfen gegen Haarausfall
Eins ist unumstößlich klar: Erblich bedingt ausgefallene Haare wachsen
nie mehr wieder nach. Bei allen anderen Arten des Haarausfalls jedoch
gibt es gute Aussichten, sie wieder zum Nachwachsen zu reanimieren.
Gerade deshalb ist es so ungemein wichtig, den erblich bedingten
Haarverlust so schnell wie möglich zu erkennen, damit dann noch
rechtzeitig dagegen eingeschritten werden kann. Denn nur so sichert
man einerseits seine noch verbliebenen Haare und stärkt auch die
dünnere Haarpracht.
Aber Vorsicht: Eine Vielzahl von Medikamenten propagiert,
Istzustand

von

Haaren

sozusagen

konservieren

zu

den

können.

Verschwiegen wird aber, dass sie unangenehme Nebenwirkungen wie
beispielsweise Potenzstörungen haben.
Grundsätzlich sollte man deshalb möglichst zu solchen Mitteln greifen,
die Inhaltsstoffe aus der Natur und nicht aus dem chemischen Labor
enthalten. Und noch eines: Bei fast allen Mitteln ist klar, dass der
Haarausfall weitergeht, wenn man sie wieder absetzt – und das
insbesondere bei erblich bedingtem Verlust. Solche Mittel, die man
dann

ein

Leben

lang

einnehmen

muss,

dienen

vor

allem

der

Vorbeugung oder dem Stopp des Haarverlustes. Beim diffusen oder
kreisrunden Haarverlust können Haare wieder nachwachsen. Aber
generell ist eine Prognose schwer, ob und in welchem Ausmaß sie
wieder sprießen. Selbst bei einer Glatze kann man die Haarwurzel
wieder reaktivieren. Denn selbst ein Mann mit Glatze hat genauso viele
Haarwurzeln wie einer mit vollem Haar. Man erkennt die Haare quasi
nur nicht mehr, weil sie so verkümmert sind.

28

Ausgewogene Ernährung

Die beste und auch vorbeugende Methode ist, sich ausgewogen zu
ernähren. Vitamine über Obst und Gemüse, Salate und auch durch
Nahrungsergänzungsprodukte sind hier der richtige Weg. Jeder Mensch
sollte

immer

wachsendem
Gesundheit

auch

seine

Lebensalter
tun.

Warten

Ernährung
muss
Sie

dem

man
also

Alter

generell

nicht

anpassen.

mehr

erst

für

darauf,

Mit
seine

bis

die

Geheimratsecken immer tiefer ihre Kerben in die Kopfhaut schlagen.
Ihr

Körper

braucht

in

jedem

Lebensabschnitt

entsprechende

Aufbaustoffe – und vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Gesunde Ernährung sollte generell gelten, aber für den Erhalt Ihrer
Haarpracht im Besonderen.

Eisen, Zink, Kupfer, Biotin und Folsäure
Folgende

Spurenelemente

und

Vitamine

sind

am

Haarwachstum

beteiligt: Eisen, Zink, Kupfer, Biotin und Folsäure. Darüber hinaus
stellen Eisen, Zink und Kupfer die wesentlichen Elemente für die
Struktur unseres Haares dar. So bildet unter anderem Zink zum
Beispiel das Haar-Protein Keratin mit. Keratin kommt aus dem
Altgriechischen und heißt Horn. Keratine sind Hauptbestandteil von
Säugetierhaaren,

Finger-

und

Zehennägel,

Krallen,

Klauen

Hornschuppen, Federn und eben Haaren. Ein chronischer Mangel zum
Beispiel von Eisen, Zink und Kupfer löst den Haarausfall aus. Zu wenig
von ihm führt unter anderem zu brüchigen Nägeln, Depressionen – und
eben auch zu Haarausfall. Biotin ist in Multivitaminsäften, Rinderleber,
29

Haferflocken,

Sojabohnen,

Eigelb,

Walnüssen

und

anderen

Lebensmitteln enthalten. Folsäure ist wichtig für unser Blutbild und
damit auch für das Entstehen und die Gesundheit unserer Haare. Da
der

Körper

selbst

keine

Folsäure

enthält,

muss

sie

durch

Vollkornprodukte, Spinat, Tomaten, Brokkoli, Karotten, Nüsse, Eigelb,
Fisch, Fleisch, Obst, Weizenkeime und dergleichen zugeführt werden.
So können aber auch radikale Diäten, die unserem Körper zu wenige
Nährstoffe geben, die Haarpracht beeinträchtigen. Die Industrie für
Nahrungsergänzungsmittel

macht

sich

natürlich

solche

Zusammenhänge zunutze. Werbesprüche in diesem Zusammenhang
wie „volleres Haar“, „Haarausfall ade“ oder „Pro Haarwuchs“ gehen an
der Wirklichkeit vorbei. Denn solche Präparate sind für die meisten
Menschen überflüssig, wenn sie sich ausgewogen ernähren. Und in der
Regel nehmen sowieso nur normal ernährte Menschen mit Haarverlust
aus

einem

falsch

verstandenen

Glauben

heraus

solche

Nahrungsergänzungspillen ein.
Zinkmangel stellt man gelegentlich bei alten Menschen und Diabetikern
fest. Aber auch durch Erbkrankheit kann Zinkmangel entstehen. Ob ein
Zinkmangel Ursache des Haarausfalls sein könnte, stellt der Arzt in
einem einfachen Bluttest fest. Ist dem nun so, wird der Arzt bestimmte
Präparate empfehlen, die den Zinkmangel wieder ausgleichen.
Doch traurige Gewissheit ist, dass keines dieser Spurenelemente hilft,
den

erblich

Zinkpillen,

bedingten

Haarausfall

Eisendragees

oder

zu

beseitigen.

Kupferpülverchen

für

Deshalb
die

sind

meisten

Menschen nur rausgeschmissenes Geld, denn: Entweder ernähren Sie
sich sowieso ausgewogen, oder aber sie helfen von vornherein nicht –
weil

anlagenbedingter

Haarverlust

mit

diesen

einfach

nicht

zu

behandeln ist. Essen Sie also beizeiten auch regelmäßig Brokkoli,
Spinat und Nüsse, Vollkorn und täglich ein Stück Obst, dann brauchen
30

Sie

auch

keine

Extra-Pillen.

Wie

der

Name

ja

schon

sagt:

Nahrungsergänzungsmittel. Das ist also nur was für absolute Faulenzer
und Einseitigkeitsernährer, also für solche, die nur vor dem Fernseher
hocken und Chips knabbern oder sich nur von Fast Food ernähren.
Dazu kommt auch noch folgendes: Zu viel an Vitaminen kann auch
verkehrt sein („Viel hilft viel“ ist absolut falsch!) und zum Beispiel
Durchfall auslösen, dazu allergische Hautreaktionen oder gar Störungen
des Nervensystems. So bestätigt gar der Würzburger Haarexperte
Henning Hamm, dass zu viel Vitamin A Haarausfall auslösen kann.
Wir muten unserem Haar mitunter eine ganze Menge zu. Ob Gels,
Wachs, Wässerchen, Schaumfestiger oder Haarspray – ganz zu
schweigen von den vielen Spülungen und Tönungsmitteln – haben die
Haare viel auszuhalten. Bleichmittel oder Weichmacher und andere
chemische Stoffe setzen dem Haar ebenso zu. Trotz Schönheitswahn
und trendy Styling sollten wir dabei immer die Gesundheit unserer
Haarpracht im Auge behalten und ihr nie zu viel zumuten. Im Zweifel
fragen Sie vorher immer einen Hautarzt (Dermatologen), was Ihrem
Haar guttut und was nicht.
Die größte Gefahr besteht im Selbstversuch. Wir lassen uns von der
Werbung allzu leicht beeinflussen und greifen

dann

schnell im

Kaufhausregal zu den verlockenden Angeboten: natürliches Haar mit
Fülle und Beständigkeit, von Mailand nach New York mit in einer
bestechenden Form und so weiter. Begreifen Sie diese Werbung
zuallererst

einmal

als

Umsatz-Anschub.

Wir

leben

in

einer

Marktwirtschaft, wo Angebot die Nachfrage bestimmt. Mit schönen
Bildern

und

Video-Trailern,

verführerischen

Aussagen

und

sympathischen Gesichtern wird Ihnen das Geld aus der Tasche
gezogen.

31

Was wollen Sie eigentlich? Wollen Sie Ihrem Haar etwas Gutes,
dauerhaft Beständiges schenken, oder setzen Sie nur auf Style und
kurzfristige Effekthascherei? Bei jeder Haarfärbung denken Sie bitte
immer auch daran, was Sie Ihrem Haar damit antun. So mancher läuft
jede Woche mit einer anderen Farbe herum. Das bekommt er
spätestens beim Älterwerden zu spüren. Haare werden brüchig und
krank, schütter und ausgelaugt.
Sie sollten hingegen etwas unternehmen, wenn Sie zum Beispiel am
Morgen aufwachen und auf Ihrem Kopfkissen ungewöhnlich viele
ausgefallene Haare sichten. Machen Sie einmal folgendes: Nehmen Sie
einen Streifen breites Klebeband oder die Fusselrolle für Ihr Jackett und
sammeln die Haare auf. Zählen Sie mal überschlagmäßig. Und dann
beobachten Sie weiter über den Tag, wie viele Haare sonst noch so
ausfallen: beim Kämmen im Waschbecken zum Beispiel oder die Haare
in Kamm und Bürste. Sie wissen ja: Bei über hundert Haare pro Tag
klingeln bei Ihnen die Alarmglocken!

Kann Coffein den Haarausfall stoppen?
Ja – glaubt man zumindest dem Anbieter eines Shampoos, das Coffein
enthält.

Man

hat

in

wissenschaftlichen

Untersuchungen

herausgefunden, dass Coffein erblich bedingten Haarausfall stoppt. Das
Shampoo stimuliert nämlich den Haarwuchs direkt an der Wurzel. Und
eben Coffein fördert den Haarwuchs. Bei der täglichen Haarwäsche
gelangt der Wirkstoff bis an die Haarwurzeln. Und es dringt sogar noch
weiter ein, obwohl das Shampoo schon ausgespült ist. In Windeseile
(zwei Minuten) gelangt Coffein am Haarschafft direkt in die Follikel.
Coffein dringt sogar durch die Haut, wenn das Shampoo länger auf dem
Kopf bleibt. Vorsicht ist allerdings für Leistungssportler geboten:

32

Das so in den Körper eingedrungene Coffein kann im Haarfollikel
nachgewiesen

werden.

Das

Produkt

von

Alpecin

beispielsweise

verzichtet bewusst auf Weichmacher wie Silikon im Shampoo. Dadurch
verbessert sich auch die Haarstruktur insgesamt. Man spürt das in der
Hand: Schon nach wenigen Anwendungen wird das Haar viel griffiger.
Wer vorher feines und geschwächtes Haar hatte, wird merken, dass es
sich nach ein paar Anwendungen mit dem Coffein-Shampoo sogar
besser frisieren lässt, weil das Haar wieder stärker wird.
Den Nutzen von Coffein machen sich inzwischen viele so genannte
Nachahmer in Haarpflege-Produkten mit Coffein zunutze. Natürlich sind
solche Firmen clever und legen gleich ganze Pflegeserien auf: Zum
Shampoo dann bitte auch noch das Tonikum mit Haaraktivator – was
immer das sein mag. Dazu vielleicht noch eine Spülung? Das Geschäft
boomt. Rund 250 Millionen Euro geben wir jährlich in Deutschland für
Haarpflegemittel wie Shampoo und Spülung aus. Vorsichtig formuliert
heißt es dann aber: Das Tonikum ist speziell auf die Bedürfnisse von
dünner und lichter werdendem Haar abgestimmt!“ Clever, nicht wahr?

Medikamente
Tonic Regaine Haarausfall: Wirkstoff Minoxidil
Es gibt ein Tonic, das direkt auf die Haare beziehungsweise die
betroffenen

sich

lichtenden

Stellen

„topisch“

(örtlich

äußerliche

Anwendung) aufgetragen wird. Der flüssige Wirkstoff ist Minoxidil,
Handelsname Regaine, in den USA Rogaine. Wie wir oben schon aus
einem Testergebnis gelesen haben, durchblutet dieser Wirkstoff im
Laufe

der

Behandlung

die

Kopfhaut

besser.

Dies

beugt

einem

übermäßigen Haarausfall vor und hilft so den Betroffenen. Aber
Minoxidil

lässt

erblich

bedingt

ausgefallene

Haare

nicht

wieder

sprießen. Es stoppt vielleicht rechtzeitig den Totalverlust und eine
33

Glatzenbildung. Das Mittel ist sogar seit einiger Zeit rezeptfrei
erhältlich.
Tablette Propecia: Wirkstoff Finasterid
Weil die Quelle des Haarverlustes häufig mit dem Hormonstatus des
Betroffenen zu tun hat, setzt der Wirkstoff Finasterid, Handelsname
Propecia, genau hier an. Er beeinflusst den Hormonhaushalt. Oft ist ein
zu

hoher

Spiegel

von

Dihydrotestosteron,

männlichen

Sexualhormon

Haarverlust.

Die

Tablette

Testosteron
versucht

das

dem

entspricht,

nun,

die

aktivierten

Ursache

für

Umwandlung

von

Testosteron in Dihydrotestosteron zu hemmen. Viel Geduld braucht der
Patient jedoch, der sich auf diese Stoffklasse stützt: Frühestens nach
sechs Monaten können erste Erfolge sichtbar werden. Aber Vorsicht:
Eine solche Tablette, die rund 50 Euro im Monat kostet, hat auch ihre
Nebenwirkungen:

Man

umschreibt

sie

unter

dem

Oberbegriff

Verweiblichung des Mannes mit Libido-Verlust, weniger Samenbildung,
geringere Standfestigkeit, also kurz und gut: Das Sexualleben kann
darunter leiden!

Tablette Avodart: Wirkstoff Dutasterid
Der Wirkstoff Dutasterid in der Tablette Avodart wirkt ähnlich, ist aber
nicht für diese Anwendung zugelassen. Lediglich im so genannten „OffLabel-Use“ kann es eingesetzt werden, also vom Arzt unter seiner
Verantwortung, wenn nichts anderes auf dem Markt ist. Oft hat man
Medikamente für bestimmte Indikationen, von denen aber auch
darüber hinaus gehende Wirksamkeiten in weiteren Indikationen
bekannt sind. Beispiel Epileptika: Bestimmte Präparate wirken auch
gegen

eine

Polyneuropathie

in

den

Fußspitzen.

Sie

aktivieren
34

abgestorbene Nerven wieder und verhelfen den Fußspitzen zu Gefühl –
insbesondere

bei

Diabetes-Erkrankungen.

Bei

solchen

klaren

Indikationen sind diese Medikamente dann auch zur Behandlung des
diabetischen Fußes zugelassen und werden somit auch von den
Krankenkassen

erstattet.

Sind

die

Indikationen

nicht

so

klar,

insbesondere ihre Wirkung und Erfolgsaussicht wie im Fall von Avodart,
dann obliegt es der Entscheidung des Arztes, das Mittel einzusetzen,
und der Patient muss es aus der eigenen Tasche bezahlen.
Fluid Alfatradiol: Wirkstoff Pantostin und Ell-Cranell alpha
Das

Mittel

Alfatradiol

enthält

ein

Stereoisomer

des

weiblichen

Sexualhormons 17ß-Estradiol. Dieses Mittel ist in Deutschland gegen
erblich bedingten (androgenetischen) Haarausfall zugelassen. Es ist gut
verträglich. Bei der Anwendung kann das Mittel kurzfristiges Brennen
auf der Kopfhaut verursachen. Es ist vor allem gegen kreisrunden
Haarausfall wirksam. Es wird nur äußerlich an den betroffenen Stellen
angewendet. Alfatradiol reduziert den Haarausfall und fördert das
Haarwachstum wieder. Gleichzeitig behandelt man damit auch leichte
Formen

des

seborrhoischen

Ekzems

(Hautausschlag

mit

Schuppenbildung besonders auf Kopfhaut und im Gesicht).

Cortison
Gegen den kreisrunden Haarausfall und eine entzündliche Veränderung
der Kopfhaut setzt man auch erfolgreich Präparate mit dem Inhaltsstoff
Cortison ein. Auch eine bewusste Reiztherapie kann hier helfen.

Cystin und Vitamin B
35

Der Wirkstoff

Cystin

ist Hauptbestandteil

des Haarkeratins.

Die

Vitamine B1 bis B5 haben ihre Funktion in der Zellteilung – demnach
also auch in der Bildung neuer Haarzellen. Beide Mittel helfen gegen
den diffusen Haarausfall, sie stoppen ihn und normalisieren das
Haarwachstum wieder.
Biotin
Biotin-Präparate (auch Vitamin H oder Vitamin B7) zählt zu den
rezeptfreien Aufbaustoffen. Allerdings ist deren Wirksamkeit gegen den
Haarausfall nur schwach wissenschaftlich belegt. Man weiß, dass Biotin
sehr wichtig für das Bilden der Hornsubstanz Keratin ist. Damit sorgt es
wesentlich

für

das

gesunde

Wachstum

von

Haut,

Haaren

und

Fingernägeln. Hochdosiert soll es auch das Haarwachstum positiv
beeinflussen. Es verbessert auf jeden Fall die Haarqualität und seine
Widerstandfähigkeit beispielsweise bei dünnem und brüchigem Haar.
Größere Studien haben bislang keinen Hinweis darauf ergeben, dass es
gegen Haarverlust hilft.

Wie bei anderen Produkten auch muss man eine solche Substanz dann
auch leider ein Leben lang anwenden. Denn nach Absetzen der Mittel
beginnt der leidige Haarausfall gleich wieder. Und man braucht Geduld.
Denn erste Erfolge zeichnen sich frühestens nach zwei Monaten im
Rahmen des Haar-Zyklus ab.

Naturpräparate
Chemie hat viele Nebenwirkungen. Wer vor allem auf seine Potenz
nicht verzichten will, probiert es lieber mit natürlichen Inhaltsstoffen.
36

Der Konstanzer Endokrinologe Professor Rolf-Dieter Hesch behauptet,
dass der Sägepalm-Extrakt(Handelsname Talso Uno) genau so wirkt
wie die Pille Propecia mit den Sex-hemmenden Beeinträchtigungen. Es
hemmt die Aktivität des körpereigenen Enzyms 5-Alpha-Reduktase.
Dies wandelt in den Haarwurzeln nämlich das gute Testosteron in ein
schädliches DHT (Dihydrotestosteron) um. Es ist für die Zerstörung von
Haarwurzeln verantwortlich. Sägepalm-Extrakt gibt es rezeptfrei in
Apotheken. Man kann es aber auch diskret im Internet kaufen. Seit 30
Jahren ist dieser Naturstoff auf dem Markt und hat die angenehme
Nebenwirkung, dass es die Prostata schrumpfen lässt. Mit einer
Prostata-Vergrößerung hat mehr oder weniger fast jeder Mann im Alter
zu kämpfen. Die Wirkung für Haarwuchs ist jedoch bisher an
mangelnden wissenschaftlichen Studien nicht einwandfrei bewiesen
worden.
Das Tonikum Cimi ist in einer Studie der Dermatologischen Klinik der
Ruhr-Universität Bochum näher untersucht worden. Dabei fand man
heraus, dass der enthaltene Wirkstoff Cimicifuga racemosa, ein Extrakt
der Traubensilberkerze, für den Haarwuchs verantwortlich ist. Dieser
entfaltet auf der Kopfhaut eine ähnliche Wirkung wie das weibliche
Hormon Östrogen. Und so blockiert dann Cimi die schädliche Wirkung
männlicher Geschlechtshormone auf die Haarwurzel. Man sprüht das
Tonikum aus einer Sprayflasche täglich auf die schütteren Haarflächen
auf und massiert die Substanz etwa fünf Minuten lang ein. Es riecht
etwas unangenehm nach Desinfektionsmittel. Nach vier Monaten kann
man es auf zweimal pro Woche reduzieren. Mehr Haare wachsen
deshalb aber auf der Kopfhaut nicht. Man kann den Ausfall allenfalls
stoppen.

37

Letzter Ausweg Haartransplantation?
Wer beizeiten nichts gegen seinen vor allem erblich bedingten
Haarausfall getan hat, dem bleibt oft nur die Haartransplantation.
Allerdings

können

Personen

mit

Autoimmunerkrankungen

und

entzündlichem Haarausfall diesen Weg nicht gehen. Und es gibt
wahrlich

viele

chronischen

Autoimmunerkrankungen

Leberinfektion

über

den

(rund

frühen

50!)



Zucker

von

bis

der

hin

zu

chronischer Gastritis und Basedow-Schilddrüsenerkrankung.
Viele glatzköpfige Männer haben ja durchaus noch einen stabilen
Haarkranz oder deutliche Nackenhaarbildung und –wuchs. Diesen
Umstand machen sich Ärzte zunutze, wenn sie solche vorhandenen
Haare entnehmen und an kahle Stellen der Kopfhaut verpflanzen. So
gesehen

ist

es

eine

relativ

einfache

Sache.

Diese

Art

der

Eigenhaarverpflanzung ist deswegen so erfolgreich, weil sie die so
genannte

Spender-Dominanz

berücksichtigt.

Die

Haare

auf

der

Kopfhaut sind nämlich überwiegend ausgefallen, weil die empfindlichen
Haarfollikel gegenüber den schädlichen männlichen Hormonen (DHT) so
reagiert

haben.

Im

widerstandfähigen

Haarkranz

besteht

diese

Überempfindlichkeit eben nicht. Und diese Haare behalten auch nach
ihrer Verpflanzung die Unempfindlichkeit bei, sind also resistent gegen
DHT. Solche Haare wachsen dann ein Leben lang weiter. So wird das
Ergebnis einer Haarverpflanzung permanent. Moderne Methoden sind
die Follicular Unit Transplantation und die FUE – Follicular Unit
Extraction. Man setzt entweder ganze Hautstreifen mit Haaren ein
oder einzelne Haare samt Haarwurzel oder kleinste Haarbüschel
(Grafts). Während die Streifen-Methode aufwendiger ist und länger
dauert

sowie

zunächst

deutliche

Operationsnarben

und

Dellen

hinterlässt, kann der Arzt punktuelle Verpflanzungen unkompliziert
quasi ambulant vornehmen. Welche Methode sinnvoll ist, hängt von der
Art des Haarausfalls ab und was man wie schnell erreichen möchte.
38

Der Arzt muss und wird es entscheiden. Da Haarausfall keine
anerkannte Krankheit im Sinne einer Kostenerstattung, sondern mehr
eine Schönheitsoperation ist, muss der Patient die Kosten für eine
Transplantation selbst tragen (rund 10.000 Euro). Deshalb preisen
Anbieter im Ausland wie der Türkei „günstige Haartransplantationen“
an. Vorsicht! Schauen Sie sich den Arzt ganz genau an: Ist der Arzt
ausschließlich auf Transplantationen spezialisiert? Wie lange führt er
schon Haartransplantationen durch? Lassen Sie sich nachprüfbare
Erfolge, so genannte Referenzen zeigen, die Sie auch kontaktieren
können. Wie ist die Hygiene in der Praxis? Wie kann ich reklamieren,
wenn der gewünschte oder versprochene Erfolg nicht erreicht wird?
Habe ich also eine so genannte Gewährleistungshaftung des Arztes?
Und wenn schon Ausland, dann informieren Sie sich im Internet über
Spezialisten. Über Suchmaschinen kann man im Internet mit dem
Begriff „Haartransplantation Türkei“ oder „Haarverpflanzung Ausland“
viel erreichen.

Haarverpflanzung kennt man seit dem 18. Jahrhundert. Der japanische
Hautarzt Okuda erfand die so genannte Durchschlagstechnik (Punch
Technik) der Haarversetzung vor allem für Brandopfer. Dabei benutzte
er kleine Durchschläge (punches), um behaarte Hautteile in andere
Körperbereiche zu verpflanzen: Kopfhaut, Augenbrauen, Schnurbärte.
Diese punches produzierten dann erfolgreich Haare. Okuda dachte
nicht an eine Behandlung des erblich bedingten Haarausfalls, zumal
dieser Asiaten weniger befällt. Erst 1986 erfand der Münchener Arzt
Manfred Lucas die flächendeckende Behandlung mit Mini- oder
Micrografts. Ray und Angela Woods sind die Pioniere der neuesten
Methode ab Ende der 1990er Jahre: Follicle Unit Extraction. Sie

39

entnahmen dabei einzelne Haarfollikel aus gesunden, stabilen Stellen
und verpflanzten sie auf die kahle Kopfhaut.

Bei der Follicular Unit Extraction gewinnt der Arzt follikularer Einheiten
natürlicher Gruppierungen von ein bis vier Haaren. Nach der Entnahme
werden sie zwischengelagert und für die Verpflanzung vorbereitet. Dies
ist

das

derzeit

gängigste

und

modernste

Verfahren

der

Haarverpflanzung. Dabei muss man wissen, dass Haare nicht einzeln
wachsen, sondern in Bündeln. Mit einer Hohlnadel stanzt der Arzt
solche Einheiten aus dem Haarkranz aus. Zwischengelagert werden die
so entnommenen Teile in einer Nährlösung bis zur Implantation.
Danach setzt er sie in die kahlen Stellen der Kopfhaut ein. So kann
man

auch

andere

Körperhaare

verpflanzen,

aber:

Diese

haben

meistens eine andere Struktur und Farbe als Kopfhaare. Man mag sich
also kaum Schamhaare auf dem Kopf vorstellen! Einziger Nachteil
dieses Verfahrens ist seine lange Dauer bei der Einzelhaar-Entnahme.

Die Methoden im Einzelnen:
Punch: Man bezeichnet sie auch als Stanztechnik. Mit vier Millimeter
starken Zylindern verpflanzt man winzige behaarte Hautteile.
MMG: Man entfernt Streifen – Mini- oder Micrografts (MMG) und setzt
sie an kahle Stellen ein. In Deutschland ist das die heute am häufigsten
eingesetzte

Methode.

Man

entnimmt

aus

dem

Haarkranz

einen

Hautstreifen. Diesen zergliedert man dann in mittlere und kleinere
Hautteile mit Haarwurzeln. Diese einzelnen Haare oder Haarinseln
nennt man Mini- oder Micrografts. Sie setzt man dann in die zuvor
präparierten Gebiete der Glatze ein. Eine solche Prozedur dauert drei
bis neun Stunden und wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen,
40

wobei die meiste Zeit für die Vorbereitung der Transplantate gebraucht
wird. Der Patient sitzt dabei im Behandlungsstuhl.
FUI: Der Arzt entnimmt behaarte Hautstreifen aus dem Haarkranz.
Allerdings wird dieser dann unter einem modernen hochauflösenden
Mikroskop(Mantis Mikroskop)in die natürlichen Bündelungen des Haares
(=follikulare Einheiten) zerlegt und dann in die vorbereiteten Gebiete
verpflanzt.

Unter

anderen

Begriffen

finden

sich

ebenfalls

diese

Verfahren:FUT = Follicle Unit Transplantation, FIT = Follicle Isolation
Technique.
Nach der Entnahme verpflanzt der Arzt die gewonnenen Einheiten in
zuvor mikrochirurgisch erzeugte Empfängerkanäle in die haarlosen
Stellen. So erreicht man auch ein natürliches Erscheinungsbild der neu
verpflanzten Haare. Bei der FUI-Technik sieht man keinen Unterschied
zwischen natürlichem und verpflanztem Haar. Das Verfahren ist zudem
so schonend, dass fast kein Schockfallout passiert, also ein plötzliches
Ausfallen der Haare. Weitere Vorteile: Man sieht keine Kopfhautdellen
wie bei der Verpflanzung ganzer Streifen; eine sehr hohe Erfolgsquote
ist

nachgewiesen;

das

verpflanzte

Haar

zeigt

ein

natürliches

Erscheinungsbild sowie hohe Dichte bei der Verpflanzung; schließlich
erreicht man eine um 30 Prozent höhere Ausbeute gegenüber anderen
Verfahren

bei

der

Graft-Anzahl

durch

das

Verwenden

von

hochauflösenden Stereomikroskopen. Die Wundheilungsphase dauert
nur fünf bis sieben Tage. Danach produzieren die implantierten
Haarwurzeln schon wieder neue Haare, die gesund und kräftig sind. Sie
können sie stylen, schneiden und waschen wie normales, natürliches
Haar.
Einer der erfahrensten Haartransplantationsärzte der Welt ist Dr.
Patrick Mwamba, medizinischer Direktor des von ihm gegründeten
World Hair Transplant Center (WHTC) in Brüssel. Er arbeitete viele
41

Jahre mit führenden Haartransplanteuren in den USA zusammen und
gilt als einer der besten in der FUE Technik.
FIT und FUT sind derzeit das Maß aller Dinger – sozusagen State oft
the

Art



in

der

Haarverpflanzung

beziehungsweise

in

der

Wiederherstellung einer Haarpracht auf dem Kopf.
I-FUE: Intermitted Follicle Unit Extraction. Sie entwickelt die FUEMethode weiter. Hierbei führt man die Haarverpflanzung in mehreren
Entnahme- und Insertionsschritten durch. Sie wechseln sich in kurzen
Abständen

ab.

Bei

dieser

Innovation

erreicht

man,

dass

die

Zwischenlagerung der einzelnen Haarfollikel außerhalb des Körpers nur
sehr kurz ist. So schont man die sensiblen Implantate. Haargewinnung
und Einsetzen mit einer feinen Hohlnadel bleiben bei beiden Methoden
gleich.
Man setzt heutzutage Micrografts/FUE auch schon zur Rekonstruktion
von Augenbrauen und Bartersatz ein, beispielsweise um Hasenscharten
zu kaschieren. Selbst zum Ersatz von Schamhaaren wendet man diese
Methode an und um narbigen traumatischen Haarausfall und andere
Formen auf der Kopfhaut zu verdecken.
Kaschieren: Kennen Sie die Herren mit Halbglatze, die ihr schütteres
Haupthaar echt lang wachsen lassen? – Warum? Sie klappen dann von
der Seite ihr langes Haar über die ganze Pläte und kaschieren dann –
meist mit Haarspray, um den Halt zu garantieren – ihre Glatze. Aber
wehe, wenn ein Windstoß die polierte Platte aufdeckt. Aber diese Art
der Kosmetik und andere (wie die Perücke) sind vielfach angewandte
Methoden. Mit ihr überbrückt man auch häufig die Zeit bis zur
Transplantation oder der Wirkung von Wässerchen, Fluids und Pillen.
Auch Haarteile kommen zum Einsatz, die mit wenigen Nadelstichen
sogar auf der Kopfhaut befestigt werden. Aber es muss schon echt
42

professionell gemacht werden, wenn man sie nicht schnell rein
äußerlich erkennen soll. Der Nachteil von Toupets ist oft, dass man die
Übergänge zum Haarkranz schnell erkennt und dann das Kunsthaar
entlarvt. Toupets und ganze Perücken müssen im Übrigen spätestens
nach acht Wochen gewechselt werden. Mit der Zeit werden Perücken
unansehnlich, denn auch sie brauchen Pflege. Selten gibt es solches
Kunsthaar, das wie natürliche Haarpracht wirkt. Kaschieren und
Kosmetik sind nicht die optimale Form gegen die Glatze. Dann sollte
man lieber zu seiner Glatze stehen. Denn auch sie kann durchaus
attraktive Züge haben. Manche jungen Männer stehen auf Glatze – und
Frauen übrigens auch! So verkehrt kann die Welt sein. Der eine hasst
Haare, der andere leidet unter ihrem Verlust.

Wie funktioniert Haarersatz?
Früher hat man jeden Toupet-Träger von weitem sofort erkannt. Zu
einfach

und

ungenau

waren

die

künstlichen

Haarteile

in

Geheimratsecken und Halbglatzen eingearbeitet. Doch die Entwicklung
ist auch auf diesem Gebiet weiter vorangeschritten. Heute gibt es viel
bessere und modernste Modelle (ContactSkin) und Methoden. Man
kann auf eine 0,03 Millimeter dünne, luftdurchlässige, künstliche so
genannte Haar-Haut ein passgenaues Ersatzteil präzise in Haarlücken
einpassen. Dieses verklebt man hautverträglich auf die Kopfhaut. Vier
bis acht Wochen lang lebt man damit ganz normal weiter und kann sich
sogar duschen, die Haare waschen. Danach tauscht man es aus.
Geeignet ist das auch für solche Patienten, die sich einer Haar-Kur
unterziehen und deren Haare nur langsam nachwachsen. Es gibt
Firmen, mit denen man über längere Zeit Verträge abschließt und dann
immer

den

erforderlichen

Austausch

erhält.

So

kosten

Geheimratsecken zwischen 300 und 1700 Euro für zwei Jahre und
ganze Glatzenabdeckungen bis zu 3800 Euro für zwei Jahre.
43

Übrigens: Wussten Sie, dass das saarländische Dudweiler das Mekka
von Toupet-Trägern ist? Eine Firma arbeitet hier an den besten Toupets
der Welt. Jeder Haarersatz ist eine Maßanfertigung nach einem zuvor
erfolgten Gipsabdruck des Schädels. Danach fertigen sie ein dünnes
fleischfarbenes, fast unsichtbares Kunststoffnetz. Darin flechten flinke
Hände die Haare – je nach Geldbeutel aus Kunststoff, asiatischem
Echthaar oder europäischem Schnitthaar. Prominenz aus Show, Politik
und Wirtschaft schätzt hier vor allem die Abgeschiedenheit und somit
Anonymität. Kein Paparazzi lauert ihnen auf.

Kann man Haare nachzüchten?
Männer mit erblich bedingtem Haarverlust und Glatze können vielleicht
bald schon wieder so richtig glücklich werden. Denn Forscher in New
York haben das bislang noch fehlende Puzzle-Teilchen gefunden, um
Haare nachzüchten zu können. So züchten Wissenschaftler bereits seit
einiger Zeit Haut aus Stammzellen im Labor nach. Allerdings hatten sie
bisher mit Haaren weniger Erfolg. Es fehlte ihnen nämlich der
Anhaltspunkt, welche Reaktion aus einer Hautzelle eine Haarzelle
werden lässt. Die Forscher haben das Problem nämlich genetisch
untersucht. So identifizierten sie ein genetisches Boten-Eiweißmolekül,
das bei Mäusen im Labor den normalen Haarwuchs steuert. Dabei fand
man

heraus,

dass

nicht

die

Haarwurzelzellen,

sondern

die

Haarwurzelscheidezellen entscheidend für die Haarentstehung sind. Sie
umringen die Haarwurzel innerhalb der Haut. So lassen also die Zellen
um die Wurzel herum unsere Haare sprießen. Fehlt diesen Zellen aber
der entscheidende Botenstoff, dann werden diese Zellen auch erst gar
nicht gebildet, und es wachsen keine normalen Haare. So hoffen die
Wissenschaftler zwar, bald Haare für Transplantationen züchten zu
können, aber sie wissen auch, dass die Zusammenhänge sehr
kompliziert sind.

44

Weitere Chancen gegen Haarverlust
Immuntherapie: Zwei weitere Ansätze gegen den Haarausfall seien
hier der Vollständigkeit halber erwähnt: Man schwächt das eigene
Immunsystem so weit, dass es die Haare einfach nicht mehr angreift.
Die Gefahr dabei ist jedoch, dass man sich dann auch schneller
Krankheiten wie Grippe einfängt, weil der Körper einfach insgesamt
keine

Abwehr

mehr

zeigt.

Die

bessere

Methode

ist

es,

dem

Immunsystem durch medikamentöse Reize beizubringen, die Haare
nicht mehr anzugreifen und abzustoßen.
Topische Immuntherapie: Sie ist nur gegen den kreisrunden
Haarausfall einsetzbar. Man erreicht mit ihr Erfolgsquoten von rund 50
Prozent.

Man

bildet

mit

einer

zweiprozentigen

DCP-Lösung

(Diphenylcyclopropenon) an den bereits kahlen Kopfhautstellen ein
Ekzem. Wöchentlich trägt man eine verdünnte DCP-Lösung auf, bis
nach einigen Monaten selbst bei schweren Formen des Haarausfalls
wieder

Haare

sprießen.

Man

vermutet

dabei

folgenden

Wirkmechanismus: Das Immunsystem konzentriert sich auf den Kampf
gegen das Kontaktallergen und schützt so unfreiwillig die Haarfollikel.
Wissenschaftler nennen das eine so genannte Allergenkonkurrenz. Es
ist

eine

der

Haarausfall,
Nickelallergie

wirkungsvollsten
hat

aber

können

auch

Methoden

gegen

Nebenwirkungen.

Hautrötungen

und

ein

den
Wie

Juckreiz

kreisrunden
bei

einer

auftreten.

Manchmal schwellen auch Lymphknoten im Nacken an. Und der Patient
muss mit einer langen Behandlungsdauer von über einem Jahr
rechnen.

45

Gentherapie: US-Forscher sind dem erblich bedingten Haarausfall mit
Hilfe

einer

Gentherapie

einen

Schritt

weiter

auf

die

Schliche

gekommen. Sie haben nämlich die Funktion eines Proteins aufgeklärt.
Dieses basiert nämlich auf einem defekten Gen mit Namen „hairless“.
Bei betroffenen Patienten führt es zum kompletten Verlust aller Haare
nach der Geburt. Außerdem leiden viele von ihnen unter einer starken
Faltenbildung.

Das

so

genannte

„hairless-Protein“

ist

für

diese

außergewöhnliche Form des Haarausfalls verantwortlich. Es steuert
nämlich über ein Protein das Gleichgewicht von Haarwachstum und
Haarausfall. Wenn das Haarausfall-Gen jedoch mutiert, kann sich das
Gleichgewicht in Richtung Haarausfall verschieben. Das hat dann eine
endgültige Glatze zur Folge. Die Forscher implantierten den haarlosen
Ratten nun ein unmutiertes Haarausfall-Gen, und siehe da: In den
Tests wuchsen die Haare wieder nach. Dieses hairless-Protein arbeitet
mit Rezeptoren für das Schilddrüsenhormon zusammen. Nun wollen die
Wissenschaftler die komplexen Folgen dieses Zusammenhangs und der
Zusammenarbeit zwischen beiden Hormonen entschlüsseln. Sie hoffen
dabei, aus dieser Entdeckung heraus auch Schlüsse auf andere und
weitere Formen des Haarausfalls ziehen zu können. Noch ist es
Zukunftsmusik. Aber möglicherweise wird schon bald der Haarausfall
genetisch entschlüsselt, und man könnte dann wirkungsvoll dagegen
eingreifen. Allerdings ist die Genmutation leider nur eine von vielen
Ursachen für den Haarausfall.
Laser-Therapie: Die Blutzirkulation

in

Stoffwechsel

mittels einer Laser-Therapie

in den

Zellen können

der Kopfhaut sowie der

angeregt werden – und damit auch wieder der Haarwuchs. Man nutzt
gezielt den Laser und setzt ihn punktuell an den betroffenen Stellen
ein, stimuliert so das Haarwachstum wieder.

46

Mechanische Geräte/Internet: Neben anderen Geräten gibt es eine
so genannte Laser-Bürste, mit der man seine Kopfhaut mithilfe einer
bestimmten Lichttechnik bürstet und stimuliert. Auch so kann man das
Haarwachstum wieder anregen, also die bisher ausgefallenen Follikel
wieder reaktivieren. Aber wie immer sind auch hier schwarze Schafe
unterwegs, die die Not der Menschen ausnutzen. Achten Sie darauf,
dass Sie nur Qualität erwerben. Das CE-Gütesiegel ist ein solches
Merkmal. Schauen Sie nach Empfehlungen von Spezialisten, vielleicht
im Internet. Foren und Blogs im Internet zum Thema sind nützliche
Hilfestellungen. Nur wenn eine Geld-zurück-Garantie mit angeboten
wird, dürfen Sie Vertrauen zum angebotenen Produkt haben. Sie
sollten auf jeden Fall nicht den Selbstversuch starten. Sprechen Sie
erst mit Ihrem Arzt darüber. Natürlich können Sie auch weitere
Informationen übers Internet einholen, ihr spezielles Problem in Foren
und Blogs zur Diskussion stellen und von den Problemen anderer
lernen: Wie haben die ihr Haarproblem gelöst? So können Sie weitere
Lösungsansätze finden. Was andere erfolgreich gelöst haben, kann
auch Ansatz zur Lösung Ihres Problems sein.

47

Zehn wichtige Haarpflegetipps
Man kann zwar insbesondere den erblich und altersmäßig bedingten
Haarausfall

durch

gute

Pflege

der

Haare

nicht

aufhalten.

Ein

behutsamer, sorgfältiger Umgang mit den eigenen Haaren beschleunigt
ihn aber nicht auch zusätzlich noch unnötig. Gute Pflege kann zum
Erhalt

der

Haare

mit

beitragen.

Denn

sie

sorgt

für

stabiles,

widerstandsfähiges und strukturstarkes Haar. Deshalb hier ein paar
grundsätzliche Pflegetipps, die Sie beachten sollten:
1. Verwenden Sie ein Shampoo mit hautneutralem pH-Wert
5,5.

Das

Mittel

sollte

individuell

auf

Ihren

von
Hauttyp

abgestimmt sein. Zur Not gehen Sie zur Typberatung. Sie
müssen nicht notwendigerweise auf ein teures Präparat
zurückgreifen. Düfte, Parfümöle sowie andere Hilfsstoffe
haben in einem Shampoo nichts zu suchen und sind absolut
überflüssig.
2. Viel hilft, viel ist grundverkehrt. Nehmen Sie kleine Mengen
Shampoo und reiben Sie diese mit kreisenden Bewegungen
in die Kopfhaut ein. Etwas Zeit sollten Sie sich also für das
Haarwaschen schon nehmen – mindestens zwei Minuten,
weil erst danach Wirkstoffe an die Haarwurzel gelangen.
Überflüssig große Mengen Shampoo belasten eher die
Kopfhaut. Und dann sollten Sie den so eingeschäumten Kopf
gründlich wieder ausspülen.

3. Auch der heiße Föhn nach der Kopfwäsche ist nicht
die schonendste Art, sein Haar zu trocknen. Am

unbedingt

besten

und
48

unempfindlichsten trocknen Sie es an der Luft.

Schaffen

Sie

das aus zeitlichen Gründen nicht, dann streifen

Sie

ein

trockenes Handtuch (bei sehr üppigem und feuchtem

Haar

müssen Sie mehrere Handtücher einsetzen) über die

nassen

Haare behutsam nach unten. Sie können es auch einfach
sanftes Aufdrücken aufs Haar versuchen.
Handtuch durch die feuchten Haare,

durch

Rubbeln Sie nie das

denn das führt nur dazu,

dass Sie weitere Haare aus der

Kopfhaut

zerstören Sie so die Struktur

Ihrer Haare. Wenn Sie dennoch

in Eile sind und den Föhn
genügend Abstand
oder niedriger
4. Es ist ein

reißen.

Außerdem

benutzen wollen, dann halten Sie

zwischen Haar und Föhn. Nur bei mittlerer

Temperatur föhnen!

Irrtum,

dass tägliches Waschen

der Haare

zu

Haarausfall führt. Waschen Sie ruhig Ihre Haare öfter, aber
pflegeleicht, also mit milden Shampoos und vorsichtig.
Nehmen Sie sich Zeit dafür, nicht in ein paar Sekunden
unter der Dusche als tägliches Pflichtprogramm. Häufiges
und regelmäßiges Waschen spült auch Talg und Schmutz
aus

den

Haaren,

was

wiederum

zu

einer

besseren

Durchblutung der Kopfhaut beiträgt – und damit dem
Haarwachstum förderlich ist.

5. um

Thema

Kämmen:

Verzichten

Sie

unbedingt

auf

Drahtbürsten. Sie reizen die Kopfhaut unnötig. Am besten
sind grobe Bürsten mit abgerundeten Noppen am Ende.
Solche groben Bürsten können zwar Metallstiele enthalten,
müssen

aber

unbedingt

am

Ende

abgerundete

Kunststoffnoppen haben. Sie können Ihre Haare auch mit
einem groben Kunststoffkamm kämmen.
49


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